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Brauchtum im Jahreslauf
Advent
Mit dem ersten Advent beginnt das neue Kirchenjahr und der Weihnachtsfestkreis. In der vierwöchigen Fastenzeit werden keine Tanzveranstaltungen abgehalten. In den Vereinen werden besinnliche Advents- und Nikolausfeiern abgehalten. Auch Krippenspiele werden aufgeführt. Für die Weiberleut ist die Platzerlbackzeit gekommen.

Hl. Barbara (4. Dezember)
St. Barbara mit dem Turm
St. Margareth mit dem Wurm
St. Kathrein mit dem Radl
sind die heiligen drei Madl!
Heilige Barbara, es is koa Frag,
wir vergessen net auf dein Namenstag.
Am 4. Dezember gedenken wir deiner,
und stelln frisch gschnittne Zweig` ins Zimmer einer.
Bis Weihnachten solln sie uns mit Blütn erfreun,
und Glück bringa, dass d`Leut und s`Vieh koa Unheil erleidn.
Hilf de Leut auf dem rechten Pfad,
und bewahr uns vor bittrem Schad` .
Du bist de Schutzpatronin vo de Zimmerleut,
und a gegen den Hagel hälst du deinen Schutz bereit.
Lass uns net umsonst auf Beistand hoffen,
Hl. Barbara, hoit dei Ohr für uns offen.
Anna Felbermeir
Barbarakuchen
200 g Margarine
250 g Zucker
4 Eier
1 Päckchen Vanillezucker
abgeriebene Schale einer Zitrone
125 g Stärkemehl
125 g Mehl
½ gestr. Teel. Backpulver
Guss:
150 g Puderzucker
1 Eßl. Zitronensaft
Weiches Fett in eine hohe Schüssel geben. Zitronenschale, Zucker, Eier, Stärkemehl, Mehl und Backpulver daraufgeben und alles miteinander gut verrühren. Den Teig in eine gefettete Kastenform (Länge 30 cm) füllen und im vorgeheizten Backofen bei 175 Grad 75 Minuten backen. Den Kuchen nach dem Backen in der Form belassen, den Guss aus Puderzucker und Zitronensaft über den heissen Kuchen streichen und einziehen lassen. Den Kuchen nach dem Erkalten aus der Form nehmen.
Anna Felbermeir
Hl. Nikolaus (6. Dezember)
Der Heilige Nikolaus ist Bote und macht den Weg bereit
für die Ankunft des göttlichen Kindes in der Weihnachtszeit.
Seine Legende erzählt von den guten Werken und Taten,
in der heutigen Zeit ist er Symbol des Bringenden von Gaben.
Als Bischof von Myra wird der Heilige verehrt auf der ganzen Welt,
mit Mitra, Bischofsstab und drei Kugeln auf einem goldenen Buch, dargestellt.
Der hl. Nikolaus gehört in die Zeit des 5. und 6. Dezember,
später gehört er nicht mehr in unseren Termin-Kalender.
Als Wohltäter ist er uns allen bekannt,
den Großen und Kleinen in aller Land.
Nikolaus wurde immer verehrt als Patron der Pferde,
auch die Fischer und Schiffer flehen in Not zu ihm weit auf der Erde.
Beim Brückenbau hatte er helfende Gewalt,
so ist er mit dem hl. Nepomuk die beliebteste, steinerne Brückengestalt.
Aus dem hl. Nikolaus wurde in den letzten Jahren mehr und mehr
der Weihnachtsmann, der kommt von überall her.
Der hl. Nikolaus trägt die Mitra, dem Bischof gleich,
der Weihnachtsmann eine rote Zipfelmütze, besonders weich.
Anna Felbermeir
Der gabenbringende Nikolaus kommt schon am Vorabend (5. Dezember) – manchmal begleitet vom Krampus – zu den Kindern in die Häuser. Bis zur Einführung des Christbaumes war „Nikolaus” das eigentliche Bescherfest für die Kinder.
„Äpfel, Nüss und Mandelkern, essen alle Kinder gern“
Weihnachten
In den Häusern werden die Krippen aufgestellt und das „Krippenschauen“ ist der Brauch. Zwei Arten von Krippen sind gebräuchlich: Die orientalische Krippe mit Geburtsszene in Ruine und Palmen und die regionale Krippe mit Bauernhaus und dazugehörigem Alltagsleben.
Hl. Stephanus (26. Dezember)
Dies ist auch heute noch ein gebräuchlicher „Besuchstag“. Vielerorts finden an diesem Termin Stephani-Ritte statt.
Hl. Johannes der Evangelist (27. Dezember)
Während der Messe wird der Johanniswein geweiht und anschließend mit Freunden und Bekannten getrunken.
Tag der Unschuldigen Kinder (28. Dezember)
Dieser Tag ist ein Gedenktag für alle Kinder, die für Christus Zeugnis abgelegt haben. In den Kirchen werden Familien-Messen gefeiert und die Kinder und deren Eltern gesegnet.
Sternsinger
Die Sternsinger ziehen von Haus zu Haus und sammeln für Kinder in Not leidenden Ländern. An die Türen schreiben sie mit geweihter Kreide im Jahr 2007:
20 – C + M + B – 07
Dies ist die Abkürzung der alten Segensformel
„Christus mansionem benedicat“
und heißt:
„Christus segne das Haus“.
Maria Lichtmess (2. Februar)
An Maria Lichtmess wird das Lichterwachs für die kommende Zeit geweiht. Zur Zeit der Dienstboten wurde an diesem Termin der Dienstherr gewechselt, die Knechte und Mägde sind
ein- oder ausgestanden.
Fasching
In der Zeit der Maschkara finden in Gerolfing und Manching große Umzüge statt. Am ruaßigen Freitag werden die Leut mit Ruß eingeschmiert. Am schmalzigen Samstag werden die Krapfen gebacken. Am Faschings-Irta wird der Fasching von den Maschkara-Leut für ein Jahr „beerdigt“.
Fastenzeit
Mit dem Aschermittwoch beginnt die 40-tägige Fastenzeit. Am Gründonnerstag „fliegen die Glocken nach Rom“. Zu den Betzeiten in der Kirche rufen die „Ratschen“ die Leute zusammen.
Ostern
Mit dem Ostersonntag endet die Fastenzeit. Zum Gloria in der Osternacht ertönen die Kirchenglocken wieder. Weihe von Brot, Fleisch, Eiern, Salz und Licht in der Osternacht gehören zum Fest der Auferstehung Jesu. In den fränkischen Gegenden wird der Brauch, einen Osterbrunnen in der Mitte des Ortes zu schmücken, noch gepflegt.
1. Mai
Im Marienmonat Mai werden die Marien-Altäre festlich mit Hortensien geschmückt und die Leute gehen regelmäßig zur Maiandacht.
Am 1. Mai werden festlich geschmückte Maibäume aufgestellt und am Abend trifft man sich allerorts zum traditionellen Maitanz.
Gauwallfahrt des Donaugaues
Am Sonntag vor Christi Himmelfahrt treffen sich die Trachtler zur Wallfahrt in Eichstätt
Christi Himmelfahrt
Dieses Fest wird am Donnerstag, 40 Tage nach Ostern, gefeiert. Die drei Tage davor gelten als „Bitt-Tage“, an den in vielen Gegenden Bitt-Gänge durch die Fluren stattfinden.
12. – 15. Mai (Eisheiligen)
Vor den drei Eisheiligen Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie (kalte Sophie) sollen keine kälteempfindlichen Pflanzen ins Freie gesetzt werden.
Pfingsten
50 Tage nach Ostern wird das Pfingstfest gefeiert. Es ist neben Ostern und Weihnachten das dritte Hauptfest im katholischen Kirchenjahr. Das Pfingstfest erinnert an die Herabkunft des Heiligen Geistes. Es bildet den Abschluss des Osterfestkreises und ist der klassische Firmungstermin.
Fronleichnam
Fronleichnam ist ein kirchlicher Demonstrationsbrauch am zweiten Donnerstag nach Pfingsten zur Verehrung des Altarsakramentes. Es finden Prozessionen zu vier im Freien aufgestellten Altären statt, an denen ein Teil des Evangeliums verlesen wird. Das Laub der entlang des Weges aufgestellten Birken enthält durch Vorbeitragen des Allerheiligsten besondere Segenskraft.
Johannes der Täufer (24. Juni)
Der Johanniswein wird während der Heiligen Messe geweiht. Um Johnni finden vielerorts die Sonnwendfeiern (21. Juni) statt. Tag und Nacht sind gleich lang.
Maria Himmelfahrt (15. August) Kräuterweihe
Am Frautag wird der Brauch des Bindens von Kräuterbüscheln mit anschließender Kräuterweihe gepflegt. Im Trachtenverein Lenting binden die Deandl „Kräuter-Kranzl“ und verkaufen sie für einen guten Zweck.
Kräuterweih
Es wachsn so vui Kräuter am Feldroa, auf da Wies.
I zupfs und trags in Kircha, weil Kräuterweih heut is.
A Liabstöckl, Kamille, a Minze is dabei.
Und d`Schafgarbe, Dill, Zinnkraut, da Augntrost, ghört no nei.
A Ringlbleamerl, s`Farnkraut, an Kerbl tua i a dazua.
Binds zam dann zu oan Sträußl, es gab grod Kräuter no gnua.
Wenns blüahn, ham ma a Freud dro, de Bleamal san so schee,
alle hams a Heilkraft, ma dürrts, na habts an Tee.
Da Herrgott, der lasst`s wachsn, für uns, für alle Leut,
im August am Frauatag, do wern de Kräuter gweiht.
Lass a mei Sträußl weiha, mach dös oi Jahr so,
und stecks dahoam ans Kreuz, im Herrgottswinkl dro.
Trachtenverein „Almenrausch und Edelweiß“ Lenting
Einer Legende nach sollen die Apostel, als sie nach Mariä - Tod das Grab aufsuchten, im leeren Grab Blumen und Kräuter gefunden haben. Möglicherweise hängt mit dieser Legende der Brauch zusammen, am Tag Maria Himmelfahrt, am 15. August, vor oder nach dem Gottesdienst in den Kirchen Heil bringende Kräuter segnen zu lassen. Da Marienverehrer die Tugenden Mariä gern mit der Schönheit und Reinheit der Blumen vergleichen, kann die Blumen- und Kräuterweihe zu ihrem hohen Festtag auch als Huldigung an Maria betrachtet werden.
Die Zusammensetzung der Kräuterbüschel ist regional verschieden. Mindestens neun Kräutersorten sollten jedoch in einem Buschen dabei sei,. in erster Linie solche, deren Heilwirkung am bekanntesten sind. In keinem Kräuterbuschen darf die Königskerze fehlen.
Die geweihten Sträuße werden dann in Haus und Scheune zum Schutz gegen Blitzschlag aufgehängt. Gleichzeitig dienen sie als Hausapotheke, denn mit ihnen kann ein Teeaufguß für die Kranken im Haus bereitet werden. Krankem Vieh werden die Kräuter unters Futter gemischt. Mit getrockneten angezündeten Kräuterbüscheln werden mancherorts in den Rauh-Nächten die Ställe ausgeräuchert.
Maria Geburt (8. September)
„An Maria Geburt, fliegen alle Schweiberl furt“
Erntedank
In früherer Zeit wurden am Erntedanksonntag Naturalien gesammelt, um sie den Armen zu geben.
Verschiedene Getreidesorten werden zu einer Erntekrone gebunden, die den Mittelpunkt der Erntegaben aus verschiedenen Obst- und Gemüsesorten und Feldfrüchten in der Kirche bildet.
Zahlreiche Volksmusikveranstaltungen werden traditionell in dieser Zeit abgehalten.
Kirchweih
Backen von Kirchweihnudeln, Hoagarten und Volkstanzveranstaltungen als „Kirtatanz“ mit der Kirta-Hutschn gehören seit jeher zum Kirchweihfest. Mit dem Kirchweihfest sind oft auch Patronatsfeste verbunden.
A richtriger Kirta dauert bis zum Irta (Dienstag),
es ko se a schicka, bis zum Migga (Mittwoch).
Allerheiligen
Unter dem Namen "Fest aller Heiligen" wurde der 1. November zum Feiertag. Erst später ordnete Papst Johannes XVIII im Jahre 1006 offiziell einen Gedenktag für alle übrigen Toten an (Allerseelen). Das Totengedenken hat heute den eigentlichen Feiertag Allerheiligen nahezu überdeckt. Vielerorts gibt es noch den Brauch des Backens vom „Allerseelenzopf“. Dieses Festgebäck schenken die Taufpaten ihren Patenkindern.
Leonhardi (6. November)
Der Hl. Leonhard war ursprünglich der Schutzpatron der Geisteskranken. Sein Attribut sind von jeher Ketten, weil es bis ins 18. Jahrhundert üblich war, Geisteskranke anzuketten. In Altbayern wurden diese Ketten im Mittelalter in Viehketten umgedeutet. So wurde der hl. Leonhard Fürsprecher für die Tiere, insbesondere für die Pferde. Leonhardi-Ritte sind überall beliebt und bekannt.
St. Martin (11. November)
Bei Laternenumzügen mit Kindern wird an die vielen guten Taten des Hl. Martin erinnert. Der Legende nach hat Martin einst als Soldat seinen Mantel mit dem Schwert in zwei Stücke gehauen und mit einem armen, frierenden Bettler geteilt.
Kathrein (25. November)
An Kathrein findet der traditionelle Volkstanz des Donaugau-Trachtenverbandes statt.
Mit „Kathrein stellt den Tanz ein“ ist der letzte Tanz vor der stillen Fastenzeit bis Weihnachten.
Christkönigsfest
Mit dem Christkönigsfest , dem letzten Sonntag vor dem ersten Advent, endet das Kirchenjahr.
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