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Grundnahrungsmittel Bier – Besuch einer Privatbrauerei in der Holledau
Zum Thema Bier hat im Donaugau Brauchtumswartin Evi Tögl zum Lampl-Bräu in Larsbach/Holledau eingeladen. Gerhard Stanglmayer führte mit einem interessanten Vortrag über die Bierherstellung durch die Privatbrauerei. Anschließend wurde allen Teilnehmern die bayerische Nahrung zum Probieren eingeschenkt und Christian Mattes und Johannes Felbermeir spielten beim Lippn-Wirt zum zünftigen Wirtshaussingen auf.
Die ältesten Nachweise für Bier liegen aus dem altmesopotamischem Raum vor. Bereits die Ägypter ließen halbfertig gebackenes Brot mit Wasser vergären und stellten auf diese Art und Weise Bier her. Wegen des hohen Kaloriengehaltes war es im Mittelalter eine Ergänzung zur oft knappen Nahrung.
Das Bayerische Reinheitsgebot für Bier wurde am Georgitag, 23.April 1516, auf dem Landes-Ständetag zu Ingolstadt erlassen. Das Reinheitsgebot ist eine Grundlage für den guten Ruf, den das Bier und das Brauen in Bayern genießt.
Beim Bierbrauen werden die Bierzutaten Wasser, Malz und Hopfen miteinander vermischt. Der eigentliche Brauprozess beginnt mit dem Maischen, wobei dem Wasser das geschrotete Malz hinzugefügt und erhitzt wird. Bei verschiedenen Rast-Temperaturen wird Malzzucker umgesetzt, Malztreber und Würze werden voneinander getrennt und mit dem Hopfen gekocht. Zuletzt wird die Anstellwürze genannte Flüssigkeit in einem Kühler auf die optimale Gärtemperatur abgekühlt und je nach Biersorte die passende Hefekultur zugesetzt. Bei der alkoholischen Gärung setzt die Hefe den Zucker zu Ethanol und Kohlendioxid um. Dieses Gas bleibt zum Teil im fertigen Bier unter Druck als Kohlensäure gebunden. Die Hauptgärung dauert eine Woche, anschließend muss das Jungbier noch vier bis sechs Wochen nachgären und lagern. Das gereifte Bier wird nochmals gefiltert und schließlich in Flaschen oder Fässer abgefüllt.
Obergärige Biere
Die Bezeichnung obergäriges Bier beruht darauf, dass bei diesen Bieren mit höheren Gärtemperaturen (15 bis 22 Grad) die Hefe während der Gärung in klassischen Brauverfahren an die Oberfläche steigt. Die obergärigen Biere waren früher nur kurz haltbar und wurden oft ohne Lagerung direkt im Anschluss an die Hauptgärung vermarktet. Zum obergärigen Bier zählt heute das Weizenbier.
Untergärige Biere
Bei untergärigen Bieren sinkt die Hefe nach dem Gärungsprozess auf den Boden des Gärtanks. Die Biere benötigen eine längere Reifezeit und sind länger haltbar. Für die Herstellung wird eine Kühlung mit Temperaturen von weniger als 10 Grad benötigt. Aus diesem Grunde wurde früher das Märzen nur bis März gebraut. Untergärige Biere in unserer Zeit: Helles, Exportbier, Märzen, Dunkel, Schwarzbier und Pils.
Bier kann für die Gesundheit eingesetzt werden. Bei Grippe eignet sich warmes Bier, um zu schwitzen. Durch die Hefe dient das Bier als Treibmittel bei Nierenbeschwerden. Der im Bier enthaltene Hopfen wirkt beruhigend auf Geist und Seele des Menschen. Bier hat durch die Hefe einen hohen Vitamin-B-Gehalt. Das fördert das Wachstum für Hautzellen und Haare.
Bier ist für jede Lebenssituation der geeignete Begleiter. Ob als Hochzeitsbier, Kindsbier, Festbier oder Starkbier, eine Gelegenheit zum Biertrinken findet sich immer.
Redensarten wie „Da ist Hopfen und Malz verloren“ oder „Hopfen und Malz, Gott erhalt’s“ sind beliebt und bekannt.
Anna Felbermeir
 Evi Tögl hatte sich auf allerlei Fragen vorbereitet.jpg
 Übers Bier muaß a wer wachen
 Gerhard Stanglmayer erzählt zur Bierherstellung
 Gespannt hören alle zu
 Christian Mattes und Johannes Felbermeir mit zünftige Wirtshausliada
 A Biersuppn
Besuch bei Hans Hipp in Pfaffenhofen a.d.Ilm
in der letzten Wachszieherei und Lebzelterei in Bayern
Fast 50 Personen aus dem Donaugau hatten sich für den ersten Adventsamstag angemeldet, um eine Einführung in die Herstellung und das Brauchtum der Lebzelten, Kerzen, Wachsstöcke und Votivgaben durch Hans Hipp zu bekommen.
Im hauseigenen Museum konnten die Besucher die Handwerksgeräte und Erzeugnisse aus der
400 Jahre alten Lebzelterei und Wachszieherei besichtigen und sich mit unterhaltsamen Episoden aus dem Pfaffenhofen vergangener Zeiten das alte Handwerk des Wachsziehers und Lebzelters näher bringen lassen.
Der Wachszieher und der Lebzelter gehörten immer zusammen. Sie verarbeiteten beide die Produkte der Biene. Den Honig für Süßes und das Wachs für Kerzen, Wachsstöcke und Votivgaben.
Herstellung von Kerzen
Mit dem Hin- und Herziehen des Dochtes im Bienenwachs wurde das Wachs für das Entstehen einer Kerze „aufgezogen“. Daher kommt der Name des „Wachsziehers“. Die abgekühlte Kerze wurde unter den Armen des Wachsziehers gerade gerollt. Den Ausdruck „kerzengerade“ kennt man auch heute noch.
Damit die Kerzen beim Abbrennen nicht tropften, mussten sie aufgehängt und mit heißem Hartwachs einzeln übergossen werden. Diese mit Hartwachs behandelten Kerzen sind die qualitativ hochwertigsten Kerzen. Für die Kirchenkerzen musste das Bienenwachs gebleicht werden (mindestens 20 Sonnentage).
Heute entstehen die Kerzen aus Paraffin, das aus der Erdölindustrie kommt oder Stearin (pflanzlich). Für die Kirchenkerzen muss mindestens 10 % Bienenwachs zugefügt werden („aus dem reinsten Wachs der Biene“).
Der Wachsstock diente als Lichtquelle
Der Wachsstock ist zugleich ein „Taschenstock“, er wurde in der Tasche getragen und begleitete den Menschen von der Wiege bis zum Tod. Hans Hipp wusste über einige Anekdoten aus seiner Jugendzeit zu berichten, was die Buam alles während dem Abbrennens damit gemacht haben.
Indem man die Schnur des Wachsstocks immer wieder aufbiegen und weiterverwenden konnte, sind die „Pfennigliachtl“ kleine Kerzen, die an die Kirchenbank geklebt wurden und gerade für die Zeit eines Rosenkranzgebetes reichten.
An Maria Lichtmess wurde der Wachsstock an Dienstboten fürs Strohsack-Aufschlagen verschenkt oder an eine Angebetete, der man die Liebe gestehen wollte. Je reichhaltiger der Wachsstock ausfiel, umso größer waren Liebe und Hoffnung auf ein Heiratsversprechen. Mit einem Wachsstöckl wurde ausgesprochen, was mit Worten nicht möglich war. Die Deandl haben die Wachsstöckl im „Krüaglkasten“ aufbewahrt.
Votivgaben für die Darstellung der Schmerzen
Ein Bild des schmerzenden Gliedes wie Fuß, Arm oder Ohr, aber auch ein Gebiss oder eine Lunge wurde beim Wachszieher gekauft und als symbolisches Zeichen in eine Wallfahrtskirche gebracht.
120 Holzformen zur Herstellung von Votivgaben sind im Betrieb von Hans Hipp beheimatet. Sie sind die Seele seiner Wachszieherei. Die Votivgaben werden heute noch von einer Familie handgemalt. Das nur 2 km entfernte Niederscheyern war vor der Säkularisation der größte Wallfahrtsort in der Gegend. Der Glaube hatte zu dieser Zeit sehr großen Einfluss auf die Selbstheilungskräfte. Die Mirakelbücher von Niederscheyern beschreiben Operationen und Krankheiten von Menschen und ihre damit verbundenen Votivgaben für eine Heilung. Diese Opfergaben wurden in fast allen Weltreligionen in Wachs oder Ton dargebracht.
Herstellung von Fatschnkindln in Wachs
Die Kindersterblichkeit war sehr hoch. Man hat sich beim Herrgott „anheim gestellt“, damit die Geburt gut verläuft und ein Fatschnkindl in Wachs zur Kirche gebracht. Für eine gute Haltung und gerade Glieder wurden die Kinder gefatscht, daher kommt die Bezeichnung des „Fatschnkindl“. Noch heute kennt man den Ausdruck „falsch gewickelt“, der aus der Zeit des „Fatschns“ kommt.
Backen von Lebzelten
Zu einem harten Menschen sagt man oft: Das ist ein „Zelten“. Ein Lebzelten ist ein schönes aber hartes Gebäck, das in erster Linie als Mitteilung für einen Zweck diente, während das Essen des Lebzeltens an zweiter Stelle stand.
Für Kinder gab es beim Schulanfang einen Lebzelten mit dem ABC darauf. Jeder Buchstabe war einzeln „abzubrechen“.
Das Handwerk des Lebzelters wird bei Hans Hipp noch an Auszubildende weitergegeben. Das Brauchtum wird sehr groß geschrieben. So wird der Hl. Nikolaus von ihm noch selbst gegossen und von Hand modelliert.
Der Großvater von Hans Hipp hat bereits im heutigen Haus am Pfaffenhofener Hauptplatz Lebzelten gebacken. Unter den zahlreichen Kindern im Hause Hipp war die Sterblichkeit sehr hoch. Als der Großvater von Hans Hipp auch bei seinen Zwillingen die Gefahr sah, hat er Lebzelten gebacken, diese mit einem Mörser zu Mehl zerkleinert und mit Milch angerührt. Mit dem Brei konnte er seine Kinder ernähren. Damit war der Grundstein für die heutige Herstellung von Babynahrung gelegt. Zwischenzeitlich werden die Firmen Hipp Babynahrung und Hipp Wachszieherei mit Lebzelterei von den Vettern sehr erfolgreich weitergeführt.
Anna Felbermeir

Schulung im Donaugau
der Sachgebiete Jugend, Volkstanz, Musik, Schuhplattler und Brauchtum, Mundart, Laienspiel.
Die Vertreter aus dem gesamten Gaugebiet kamen am Samstag, 29. September 2007, bereits sehr zeitig in das Altmühltal nach Stammham zum Gasthaus Schmid.
Die Sachausschussvorsitzende von Brauchtum, Mundart, Laienspiel, Evi Tögl hatte sich das Thema
„D`Liab“
vorgegeben. Ihr Sachgebiet war dicht bevölkert von „Zualusern“, weil dieses Thema allen Generationen „auf der Zunge brannte“.
Zu ihrem Referat hatte Evi Tögl passend zur Jahreszeit herbstlich dekoriert und die entsprechenden Utensilien wie gefärbte Eier, Wachsstöckerl, Kerzen, anregende Düfte, Gemüse und Süßigkeiten mitgebracht.
Voller Bewunderung kamen die Schulungsteilnehmer zum Vortrag, der folgende Bereiche umfasste:
- Brauchtum um die Liebe
- Liebesgeschenke
- Ausdrucksformen der Liebe
Lucia Baumann, Kräuterpädagogin konnte für den Bereich
- Kräuter für d`Liab
gewonnen werden. Sie hatte zahlreiche Beispiele parat, wie in früheren Zeiten die Wirkung der verschiedenen Kräuter genutzt wurde, um das Deandl oder den Buam für sich gewinnen zu können.
An zahlreiche alte Bräuche und Redensarten wurden die Teilnehmer erinnert. Ein Erfahrungsaustausch aus den eigenen Familien und aus den Freundeskreisen rundete das Thema ab.
Anna Felbermeir
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