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Tracht: Wertvoll – zeitlos – lebendig
2007 – das Jahr der Gwandkultur.
Es stellt sich die Frage, warum wir in der heutigen Zeit ein „Jahr der Gwandkultur“ überhaupt brauchen. Jedes Land hat seine Kultur, die besonders in Bayern sehr stark ausgeprägt ist: Gwand, Sprache, Brauchtum, Musik, und auch die Baukultur gilt es zu erhalten und zu pflegen.
Der erste Trachtenverein wurde 1883 gegründet. Es wurden damals fast keine kurzen Lederhosen mehr getragen, wie es in Bayern der Brauch ist. Die Einflüsse der Mode wurden so stark, dass es notwendig wurde, etwas für die Bewahrung der Tracht zu tun.
Auch für die Mundart, das Brauchtum und die Musik musste etwas getan werden, damit sie in der traditionellen Form erhalten bleiben. Aus diesem Grunde wurden einzelne Sachgebiete geschaffen.
Tracht ist wertvoll
Tracht ist von bleibendem Wert, wird geschätzt, ist keinen schwankenden Trends unterworfen. Sie gestaltet sich nach Eigenart, Persönlichkeit und Brauchbarkeit.
Tracht ist zeitlos
Dies bedeutet, dass die Tracht Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vereint und nicht der Mode unterworfen ist. Sie ist Ausdrucksform über einen langen Zeitraum und drückt geistige Haltung und Gesinnung aus.
Tracht ist lebendig
Die Tracht ist von Lebenskraft erfüllt und drückt die reichhaltige Fülle des Lebens aus. In der Tracht spiegelt sich die Gestalt des Trägers. Man sieht bereits am Tragen eines Gwandes die Einstellung des Trägers zu seiner Heimat. Dies erfordert jedoch ein gewisses Maß an Selbstvertrauen.
Die Tracht und das boarische Gwand sollen wieder mehr zu unserer Gesellschaft gehören und durch häufiges Tragen der Öffentlichkeit nahe gebracht werden.
Die Tracht ist sehr vielfältig. Es gibt zu jedem Anlass ein boarisches Gwand:
- Festtagsgwand (Fronleichnam, Hochzeit, Kommunion, Firmung, Freisprechungsfeier, Ehrung)
- Sonntagsgwand (einfache Feiertage, Besuche)
- Tanztracht
- Werktagsgwand (Deandlgwand)
- Stammtischgwand (kariertes Hemd für Mannerleut)
- Trauertracht
Das Gwand soll gut passen und mit Stolz angezogen und getragen werden. Es macht Freude, wenn dem Träger die Schneid zu seinem Gwand anzusehen ist. In einem sauberen Trachtengwand ist der Träger Vorbild für seine Kameraden, z. B. bei einer Ausschuss-Sitzung oder Versammlung. Die Tracht ist das richtige Gwand für jedes Alter.
Landhausmode und Kitsch sind vom Trachtengwand zu unterscheiden und in den Reihen der Trachtler zu meiden.
Im Jahr der Gwandkultur ist jeder Trachtenverein aufgefordert, auf die Tracht und die Möglichkeiten zum Tragen eines boarischen Gwandes aufmerksam zu machen.
Anna Felbermeir

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