Trachtenwallfahrt

Der Trachtenverein „D'Altmühler" Eichstätt beschloss 1963 unterhalb der Wallfahrtskirche auf dem Frauenberg eine Gedenkstätte für die gefallenen und verstorbenen Trachtler zu errichten.
Zur Segnung am 26. Juni 1964 führte man eine große Trachtenwallfahrt durch und so entstand in Zusammenarbeit mit dem Donaugau-Trachtenverband die jährliche Gau-Trachtenwallfahrt, die immer am Sonntag vor Christi-Himmelfahrt stattfindet. Dabei sind alle Trachtlerinnen und Trachtler eingeladen, sich jedes Jahr die Kraft für das Brauchtum und die Stärke des Glaubens zu holen und unter den Schutz der dreimal-wunderbaren Muttergottes vom Frauenberg bei Eichstätt zu stellen. Seit dem Jahre 2006 pilgert eine Gruppe junger Wallfahrer vom Trachtenverein „Ilmtaler“ Pfaffenhofen bereits am Samstag zu Fuß die fast 70 km lange Strecke nach Eichstätt.









„Die Trachtler aus dem Donaugau pilgern auf den Frauenberg in Eichstätt“




„Am Ehrenmal des Donaugau-Trachtenverbandes unterhalb der Frauenbergkapelle wird nach der Wallfahrtsmesse der im letzten Jahr verstorbenen Trachtlerinnen und Trachtler gedacht.“




Die Muttergottes auf dem Frauenberg bei Eichstätt
Weithin sichtbar über Eichstätt liegt malerisch das beliebte Marienheiligtum, die „Frauenbergkapelle" wie sie im Volksmund genannt wird. Die Kapelle verdankt ihren Ursprung der Frömmigkeit des Eichstätter Fürstbischofs Johann Anton I. Knebel von Katzenellenbogen, welcher 1705-1725 regierte.
Dieser hatte die Gewohnheit, in der Woche mehrmals von seiner Residenz in der Willibaldsburg aus eine Einsiedelei im Wittmeswalde bei Ochsenfeld, ca. 6 km entfernt, zu besuchen. Dort traf er sich mit armen Leuten, welche den Fürsten um Almosen baten, um mit ihnen den Rosenkranz zu beten.
Als er mit zunehmendem Alter den weiten Weg nicht mehr bewältigte, ließ er ein großes Liebfrauenbild (Statue mit Jesusfigur) anfertigen und 1723 auf dem Hügel der späteren Frauenbergkapelle aufstellen. Sie wurde mit Bretterwänden vor Wind und Regen geschützt.
Hier wollte der Bischof seine Andacht und Almosenspenden fortsetzen. Selbst als er vom Schlage getroffen, nicht mehr selbst hingehen konnte, ließ er sich zu seinem Lieblingsplatz tragen. Man erzählt sich, der Bischof habe die Statue aus einem Holzstamm fertigen lassen, der lange Jahre am Eingang vor der Hofschreinerei auf der Burg lag. Der Stamm hätte die Aufmerksamkeit des Bischofs dadurch besonders erregt, dass er mit einem Male einen frischen Zweig mit Blättern getrieben, obwohl er sonst völlig ausgetrocknet war. Nach dem Tode des Bischofs gingen die Andachten zur glorreichen Himmelskönigin weiter. Sein Nachfolger Joh. Anton I. Freiherr von Freyberg ließ daher 1738 das jetzige Kirchlein durch den Eichstätter Hofbaumeister Gabriel de Gabrieli bauen. Das Innere der Kirche strahlt höfische Eleganz und unbeschwerte Heiterkeit aus. Das Bauwerk besteht aus einem rechteckigen Zentralraum mit abgerundeten Ecken und einer reizvollen Doppelkuppel. Östlich schließt eine halbküppelgewölbte Altarnische mit dem Bildnis der Himmelskönigin mit Zepter und dem göttlichen Kind auf dem Arm unter einem Rokokostuckbaldachin ab. In diesen 280 Jahren haben viele Menschen den Weg hinauf auf den Frauenberg zur Muttergottes gefunden. Eine Schatten spendende Allee markiert den malerischen Wallfahrtsweg, vorbei an den neugotischen Kreuzwegstationen aus dem Jahre 1875.






„Frauenbergkapelle“




„Muttergottes auf dem Frauenberg“